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Weihnachtsgewürze: Schmecken gut, tun gut

Außer Apfel, Nuss und Mandelkern sind auch verführerische Aromen wie Vanille, Zimt, Nelken, Anis oder Kardamom untrennbar mit Weihnachten verbunden. Für Plätzchen, Glühwein und anderes mehr sind sie quasi das Salz in der Suppe. Und als wäre es nicht genug, dass sie Jahr für Jahr eine heimelige, wohlige Stimmung erzeugen und Kindheitserinnerungen aufleben lassen, sind diese typischen Weihnachtsgewürze auch noch gesund! Von A, wie Anis, bis Z, wie Zimt – eine Wohltat für Körper und Geist.

Anis-Samen finden überwiegend Verwendung in Teezubereitungen und Gebäck (Anis-Plätzchen, -Brot, Lebkuchen, Springerle …) und wirken entspannend, beruhigend, krampf- und schleimlösend. Bei Magenverstimmungen, Blähungen, auch gegen Übelkeit und beim Vorliegen von Husten können sie (mithilfe des Inhaltsstoffes Anethol) für Linderung sorgen.

Gewürznelken sind als ganze getrocknete Blütenknospen, gemahlen oder als Nelkenöl erhältlich und haben eine starke Würzwirkung, weshalb das Nelkenpulver in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Spekulatius immer sparsam verwendet werden sollte. Die ganzen Nelken werden gerne in herzhaften (Wild-)Soßen mitgekocht oder tragen zum Aroma von Punsch und Glühwein bei. Die ätherischen Öle der Nelke wirken krampflösend bei Blähungen und Durchfall, Tee aus gekochten ganzen Gewürznelken gilt als altbewährtes Hausmittel bei Menstruationsbeschwerden. Und eine ganze Nelke auf einen schmerzenden Zahn gelegt und dort belassen, sorgt für Linderung (ohne freilich den Besuch beim Zahnarzt zu ersetzen).

Ingwer kommt ursprünglich aus Asien, fühlt sich aber schon seit langem in der englischen (Gingerbread, Shortbread Fingers, Chutneys, Ginger Ale …) und hier unserer Küche heimisch (Tee, Lebkuchen, Printen, Marmeladen, Soßen …). Diese Wurzel wird aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften sehr geschätzt, durch ihre Schärfe sorgt sie, als Tee genossen, für ein wohliges Gefühl. Ebenso für den Magen ist Ingwer wärmstens zu empfehlen – obwohl er auch kalt (Ingwerstücke zu kauen kann bei Reiseübelkeit helfen) seine Wirkung entfaltet.

Kakao ist verdientermaßen nicht nur im Winter beliebt – obwohl er da freilich verstärkt in allerlei Backwaren mitmischt oder als heiße Schokolade ebenso heiß geliebt wird. Kakao, in Form von dunkler Schokolade (hoher Kakao-Anteil, wenig Zucker) kann tatsächlich ein Stück vom Glück sein, da er die Ausschüttung von Stresshormonen bremst und die der „Glückshormone“ stützt. Wer also in belastenden Situationen ab und an zur heißen oder kalten Schokolade greift, tut der Seele etwas Gutes. Die Wirkung des enthaltenen Theobromins übrigens ähnelt der des Koffeins. Des Weiteren ist Kakao magnesium-, eisen- und kalziumhaltig.

Kardamom gehört der Familie der Ingwergewächse an, dementsprechend hat auch er eine leichte Schärfe. Er fühlt sich wohl in Lebkuchen, Spekulatius und Glühwein, verleiht aber auch gerne Fleischgerichten das besondere Etwas. Auch der Kardamom ist ein Feind von Übelkeit (macht also „schwere“ Kost besser verträglich) und Brechreiz sowie von Erkältungskrankheiten (das enthaltene Cineol ist antibakteriell und schleimlösend).

Die Vanille, ein Orchideengewächs, ist eines der beliebtesten Gewürze; was wäre das Eisschlecken im Sommer oder der winterliche Kipferl-Genuss ohne sie? Vanille verwöhnt uns mit ihrem besonderen Wohlgeruch und Geschmack, sorgt für Beruhigung und Entspannung – deshalb erfreut sie sich auch in Duftkerzen-Form großer Beliebtheit. Andererseits wird ihr auch eine anregende Wirkung nachgesagt, da das Vanillin den menschlichen Sexuallockstoffen nicht unähnlich ist; in Pflegeprodukten und Parfüms will die Vanille also unsere Attraktivität steigern.

Zuletzt der Zimt, er ist last, but not least, an der Reihe, gilt er doch als das älteste bekannte Gewürz überhaupt. Bereits im 16. Jahrhundert soll er vom heutigen Sri Lanka nach Europa gereist sein. Weihnachtsgebäck ohne Zimt? Ein Ding der Unmöglichkeit! Pfeffer- und Gewürzkuchen, Zimtwaffeln und -sterne sowieso. Auch sein wunderbares Aroma und der Duft werden außer in Lebensmitteln in Kosmetika und Raumduft-Produkten wie Kerzen geschätzt. Zu beachten ist, dass das enthaltene Cumarin in größeren Mengen gesundheitlich nicht ganz unbedenklich ist; Kleinkinder etwa sollen nicht mehr als drei Zimtsterne pro Tag essen, Erwachsene können deutlich mehr vertragen. Anregend wirkt sich Zimt auf die Verdauung, den Kreislauf und den Blutdruck aus.

Trotz der positiven Wirkungen bei gewissen Beschwerden sind Gewürze selbstverständlich nicht als Ersatz für Arzneimittel – und schon gar nicht für den des Arztbesuches bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen zu betrachten.
 
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